Seit etwas über einer Woche arbeite ich an einem Sachbuch zum Thema “Facebook“. Das hat mir bereits einigen Kollegenspott eingetragen, der vorwiegend nach einem Motto angelegt ist, in dem ein Zug vorkommt und jemand, der aufspringt. Tatsächlich trage ich mich aber schon seit fast zwei Jahren mit dem Gedanken über die populären sozialen Netze zu schreiben. Aber als der Hype um Twitter und Facebook lawinenartig anschwoll, wollte ich nicht Teil dieser medialen Maschine sein. Schließlich habe ich mehrfach öffentlich Kritik an den Social-Media-Missionaren geäußert, die das Thema hochjubeln, um schließlich als Berater dran zu verdienen. Von deren Beratung haben Lieschen und Otto Normaluser nämlich wenig. So kam das Angebot des Verlags Data Becker gerade richtig, ein Buch zu Facebook zu schreiben, das sich inhaltlich und stilistisch strikt an den Leserbedürfnissen und deren Vorwissen orientiert. Eine “journalistische Schreibe” wurde dezidiert erbeten. Da mochte ich dann nicht mehr Nein sagen.
Der Titel soll in einer neuen Reihe erscheinen, wird an die 300 Seiten Umfang haben und soll spätestens Anfang September diesen Jahres erscheinen. Bei der Arbeit wird mir mehr und mehr bewusst, in welchem Maße und auf welch subtile Weise die Plattform mit ihren Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten das Denken von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg widerspiegelt. Immer wieder wird der Nutzer darauf hingewiesen, dass soziale Netze nur funktionieren, wenn die Mitspieler möglichst ehrlich und offen sind. Immer noch werden Einstellunsgmöglichkeiten, die dem entgegenstehen, versteckt oder durch missverständliche Bezeichnungen verschleiert.
Andererseits – auch das eine Erkenntnis der letzten Wochen – ist diese Philosophie den Prinzipien anderer sozialer Netze, vor allem MySpace weit überlegen. Wenn jetzt also zunehmend viele Entwickler an einem Open-Source-Social-Media-Projekt mit dem unglücklich gewählten Namen Diaspora werkeln, dann tun sie gut daran, sich stärker an Facebook als an MySpace zu orientieren.
[...] nächste Internet. Ja, für Millionen User ist es das jetzt schon. Im Zuge der Arbeit an meinem Facebook-Buch habe ich natürlich auch mit vielen, vielen Mitgliedern dieses gigantischen sozialen Netzwerks [...]