Als im Haus der Aufzug wegen einer Reparatur stillgelegt wurde, fiel Klett in eine tiefe Depression. Wie damals, als sein Verein abstieg. Oder nach dem Tod seiner Frau. Jetzt saß er auf dem Sofa und lauschte. Stille im Treppenhaus. Er brauchte vier Tage, bis er erstmals wieder die Wohnung verließ. Jeder Schritt die Treppe hinab kam ihm neu und ungewohnt vor, an jeder Aufzugtür blieb er stehen und las den Außer-Betrieb-Zettel. Zum ersten Mal sah er den Müll vor den Wohnungstüren, die sechs Paar Schuhe auf der Fußmatte in der zweiten Etage, den Adventskranz an der Tür im vierten Stock. Klett blieb vor einer der Aufzugtüren stehen, las noch einmal den Zettel und dachte nach. Wie sollte er jetzt den Einkauf bewältigen? Was sollte er essen? Sonst war er jeden zweiten Tag beim Aldi, um Bier und Lebensmittel zu holen. Das war schon so, als Gila noch lebte und für ihn kochte. In dieser schwierigen Lage blieb ihm wohl nur, bei Kostas einzukehren. [Lesezeit ca. 8 min] „Der Fressfreund“ weiterlesen
