“Ja,” sagte Thibaud, “ich kenn das. Erzähl wie es bei dir war.” Wir saßen in seinem Büro unter dem Dach, denn eigentlich hatten wir über das Konzept für dieses neue Portal diskutieren wollen an diesem Samstagabend. Ulla hatte uns später einen Imbiss gebracht und eine Flasche Wein. Wir hatten gegessen und dabei Belangloses geredet. Bis Thibaud mich fragte, wie es mir denn in den letzten Monaten gegangen sei, man habe sich ja seit über einem Vierteljahr nicht gesehen. “Beschissen,” hatte ich geantwortet, und jetzt wollte er es genau wissen.
“Es fing damit an,” begann ich, “dass ich das Gefühl hatte, dass alles, was um mich herum geschah, gegen mich gerichtet war. Alle Menschen, denen ich direkt oder indirekt begegnete, wollten mir schaden – so kam es mir vor. Ab irgendeinem Zeitpunkt hatte ich den Eindruck, es sei immer schon so gewesen, und ich tat mir leid. Mir schien es so, als hätte ich nie wirkliche Freude erlebt, sei nie verstanden oder geliebt worden. Dann, an einem sehr grauen Tag, an dem ein eiskalter Nieselregen mich auf dem Weg ins Büro begleitet hatte, an einem Tag, an die Kollegen mich anschwiegen, begann ich, mich selbst nicht mehr zu mögen. Ich fand mich hässlich, zu dick, unbeholfen, und wusste ganz plötzlich, dass mich nie ein anderer Mensch so erkennen würde, wie ich war. Ich las die Zeitung und verstand kein Wort. Ich stellte mir die Frage: Was soll werden?” „Alte Zeiten, neue Pläne“ weiterlesen
