Peter kennt Hemingway, den hatte er im Englischunterricht, und Miller, aber der ist ihm zu pornografisch. Natürlich weiß er, wer Sartre war, aber von den anderen hat er nie gehört oder hat vergessen, je von ihnen gehört zu haben. [Lesezeit ca. 9 min]
»Ich dachte«, fährt die junge Holländerin fort, »ich müsste mich nur irgendwo in ein Bistro setzen und die Augen aufmachen, und schon liefen Tausende Geschichten an mir vorbei, Geschichten, wie sie eben Hemingway und Miller geschrieben haben. Aber die haben hier gelebt. Da dachte ich, wenn ich eine Weile hier lebe, dann tauche ich tiefer ein, dann erlebe ich Dinge, aus denen ich Geschichten machen kann. Aber ich habe in den vier Monaten eigentlich nichts erlebt. Wie war es bei Ihnen?«
»Na ja, paar nette Leute kennengelernt, viel gesehen, paar gute Aufnahmen gemacht, beinahe großen Auftrag bekommen, zweimal umgezogen. Nicht viel sonst.«
Peter überlegt, wie er das aufschreiben könnte, was ihm alles passiert ist in der Zeit in Paris. Schreiben war nie seine Stärke. Auch da fehlen ihm meist die Worte, und die Bilder, die er gespeichert hat, die kann er nicht beschreiben. Wozu auch, die muss er sich sowieso ansehen. Und versteht dann vielleicht auch nicht, was wirklich war an dem Ort und in dem Moment, an dem das Foto entstand. Keiner versteht das, nicht einmal der Fotograf selbst.
Natürlich hätte er eine Art Bildertagebuch führen können, also jeden Tag ein paar dokumentarische Aufnahmen schießen, um die Abzüge dann chronologisch in ein Album zu kleben. Aber wozu? Für wen? Für sich selbst braucht er so etwas nicht. Wenn er sich später seine Fotos aus diesen Monaten in der Stadt ansehen wird, werden sie kommen die Erinnerungen. Wie sie auch kommen, wenn er seine Bilder sieht, die er am Güterbahnhof in Dortmund aufgenommen hat, in der Brauerei und im Stahlwerk. Wie er Karin sofort spürt und hört und riecht, wenn er ein Foto von ihr in die Hand nimmt. Mehr gibt es nicht zu erzählen.
Schweigend legen sie den Weg zurück. Der Himmel hat sich bewölkt, und die Wolkendecke sinkt immer tiefer auf die Stadt. Im Südwesten strahlt noch der Rand eines blauen Himmels unter dem Blauschwarz hervor. Es wird Regen geben. Die Spitze des Tour de Montparnasse liegt schon in den Wolken. Die Passanten hasten über das Trottoir, als wollten sie schnell noch etwas erledigen vor dem Wolkenbruch. Erste dicke Tropfen fallen als sie den Bahnhof erreichen, den Knotenpunkt, an dem man von der Metro in die neue Schnellbahn wechseln kann.
An der Rückseite der Eingang zu den Katakomben. Sie steigen allein die Wendeltreppe hinab. Unten hören sie einen Fremdenführer, der einer Touristengruppe auf Englisch erklärt, was sie hier sehen. Kühl und feucht ist es hier unten. Das Licht ist durchgehend gelblich. Peter geht vor. Halbrunde Gänge, dann ein Raum mit steinernen Särgen. Majorlein drängelt sich an ihn.
»Unheimlich das alles«, sagt sie. Aber Peter findet bisher nichts unheimlich, eher langweilig. Dann ein Saal, dessen Wände aus aufgeschichteten Schädeln bestehen, wie ein Fachwerk aufgeteilt durch Schenkelknochen. Sie verharrt in der Mitte.
»Wer waren die Toten?« Peter zeigt auf ein Schild am Ausgang zum nächsten Gang, das erklärt, dass es sich in diesem Bereich um umgebettete Gebeine handelt, die von Friedhöfen hierher gebracht wurden.
Dann winden sich die Gänge, es gibt alle zehn, zwanzig Meter Abzweigungen und Kreuzungen, aber die sind gesperrt. Fast dreihundert Kilometer Tunnel soll es geben, hat Peter gelesen, Skelette von mehr als sechs Millionen Menschen. Mehr Tote als Lebende in Paris. Manche Nischen sind dramatisch ausgeleuchtet, aber dabei entstehen Bilder von großer Banalität. Er sieht andere Ausschnitte: einen Schädel, in dessen Gebiss eine große Lücke zwischen den Vorderzähnen klafft. Zwei Knochenhände, die ineinandergreifen. Einen Turm aus vollständigen Beckenknochen. Alles müsste weich ausgeleuchtet sein, neutral. Auf keinen Fall Schwarzweißaufnahmen, das würde unnötig dramatisieren. Dias würde er machen. Oder auch Fotos von Menschengruppen mit den Knochen im Hintergrund.
In einem weiteren Saal stoßen sie auf eine Gruppe Japaner, die alles mit Blitzlicht füllen, obwohl der Guide immer wieder darum bittet, dies zu unterlassen. Alte Leute in viel zu bunter Kleidung. Marjolein hat sich beim ihm eingehakt.
»Immer noch unheimlich?«
Sie nickt, und er spürt, dass sie fröstelt. »Wo sind wir?«
»Keine Ahnung. Weiß nur, dass wir woanders rauskommen.«
Die Gruppe ist rasch vorbeigezogen, und sie bleiben allein zurück. Plötzlich kommt ein Wärter in Uniform und fordert sie zum Weitergehen auf: »Immer nur in dieser Richtung, bitte.«
An der Metrostation Alesia kommen sie wieder an die Oberfläche. Marjolein sieht noch blasser aus als bei ihrer Begegnung im Park. »Das hat mir nicht gefallen«, sagt sie, »nicht, weil ich mich gegruselt habe, sondern weil ich mich frage, ob man wirklich die Überreste von Toten zur Schau stellen sollte. Was ist mit der Würde der gestorbenen Menschen?«
Peter zuckt die Achseln: »Ob die Würde hatten, als sie noch lebten? Für mich sind das bloß Knochen, aus denen Bilder entstehen.«
Dann: »Leben deine Eltern noch?« Sie gehen ein paar Schritte über den Markt, auf dem nicht viel los ist am späten Nachmittag.
»Nein. Ich kenne meine Eltern gar nicht. Die sind verunglückt, da war ich gerade mal drei Monate alt. Meine Adoptiveltern sind sehr viel jünger als es meine leiblichen Eltern waren. Mutter ist ja gerade mal fünfzehn Jahr älter als ich. Manchmal kommen sie mir nicht vor wie Eltern, sondern wie ältere Freunde. Sie unterstützen mich bei allem, was ich tue. Bedingungslos.«
»Gehst du manchmal ans Grab deiner richtigen Eltern?«
Wieder dauert es einige Schritte bis zu ihrer Antwort. »Nein. Sie sind auf Aruba begraben. Als ich zwölf oder dreizehn war, sind meine Eltern mal mit mir dorthin geflogen. Von Kuba aus. Da haben wir Ferien gemacht. Ich habe nichts empfunden, als ich vor dem Grab stand. Zwei Fremde, die noch nicht mal meinen Namen trugen.«
Seine Eltern haben ihn nie bei irgendetwas unterstützt. Schon gar nicht bei der Frage nach einem Beruf. Vater hat immer nur gesagt: »Werd Bahnbeamter, dann hast du Sicherheit.« Und seine Mutter meinte zu dem Thema nur: »Sieh zu, dass du ordentlich verdienst, dann wird alles einfacher.«
Joseph hat nicht mehr erlebt, dass es Peter immer ernster wurde mit der Fotografiererei. Als sein Sohn ihm die ersten Bilder zeigte, die etwas anderes zeigten als Verwandte auf Familienfeiern oder bei Spaziergängen, hatte er nur gebrummt: »Schönes Hobby. Aber ganz schön teuer: Kamera, Filme, Abzüge – wirst du dir nicht lange leisten können.«
Als er dann die ersten tausend Mark für Fotos von der Brauerei bekommen hatte und sie stolz der Mutter zeigte, sagte die nur: »Na ja, dann hast du ja deine Kosten drin. Und übrigens: Deine Waisenrente zahlst du jetzt bitte als Haushaltsgeld, dass das klar ist.«
Streit gab es so gut wie nie mit den Eltern. Auch weil Peter Konflikten in der Familie strikt aus dem Weg ging. Er hielt sich im Wesentlichen an die Verbote und Gebote, die in der Regel von der Mutter aufgestellt wurden, gab keine Widerworte und ließ die Eltern im Zweifel einfach reden, ohne mehr zum Gespräch beizutragen als ein Brummen, ein Nicken oder Schulterzucken. Er hatte sich immer gewünscht, dass Onkel Eduard ihm Rat geben könnte, wenn er bei Entscheidungen unsicher war, aber der lehnte das rundheraus ab: »Musst du selbst wissen«, sagte der immer, wenn ihn Peter fragte, ob er dieses oder jenes tun oder lassen sollte. Also gewöhnte er sich an, selbst zu entscheiden.
»Ich muss jetzt linksrum.« Peter zeigt in Richtung Rue Vercingetorix.
»Und ich muss noch nachhause. Mich umziehen für den Job. Ich nehm die Metro. Sehen wir uns noch einmal?«
Er schüttelt den Kopf: »Reise morgen um sieben ab. Wie lang bleibst du noch?«
Marjolein hebt die Arme mit offenen Handflächen an und sieht in den Himmel: »Solange das Geld noch reicht. Solange mich noch keiner umgebracht hat. So lange bis mir was einfällt. So lange wie ich es aushalte.«
Er umarmt sie.
»Viel Glück, Peter. Viel Glück für deine Familie, das Baby, das bald kommt. Mach was aus dir. Bist ein guter Typ.«
Er lächelt verlegen und winkt ab. Dreht sich um und geht. Bleibt nach ungefähr hundert Schritten stehen und sieht sich um. Marjolein steht ganz verloren am Eingang zur Metro. Ein schmales, kleines Mädchen ganz allein in einer bösen Stadt. Enttäuscht. Planlos. Und Peter fragt sich, ob er auch enttäuscht ist von Paris, von dem, was er erlebt hat, und dem, was er nicht erlebt hat. Im Gegensatz zur jungen Frau aus den Niederlanden ist er ohne Erwartungen hierhergekommen. Er wollte nur fotografieren. Und das hat er getan. In seinem Journal hat er vor ein paar Tagen den Film Nummer 312 verzeichnet. Also rund zehntausend Aufnahmen in den knapp fünf Monaten gemacht; mehr als er sich vorgenommen hat. So betrachtet hat er sein Ziel erreicht, Material zu sammeln für seine Abschlussarbeit an der Kunstakademie.
Er wandert die Rue d’Alesia entlang, diese erschreckend normale Straße mit einer Mischung aus Wohnhäusern und den Geschäften, die es an einer normalen Straße gibt. Da gibt es einen Bäcker und einen Metzger, eine Drogerie, ein Frisiersalon und die große Bank an der Ecke. Er kommt an der Mauer einer Schule vorbei, dann an einem winzigen Möbelgeschäft und einem Laden für Berufskleidung. Dann die Feuerwehr und eine Tankstelle. Es ist wie bei den Beatles, wenn sie die Penny Lane besingen.
Erst an der Ecke zur Rue de Suisses findet er ein Bistro. Er hat großen Hunger, ihm tun die Füße weh, er braucht eine Pause. Er bestellt Steak frites und ein großes Biere pression. Der Wirt selbst bedient ihn, wortlos und distanziert, als sei er an Laufkundschaft nicht interessiert. Denn als Peter sein Essen und das Getränk vor sich hat, wechselt der Patron in die entfernte Ecke zu den Stammgästen, die am Flipper spielen und lautstark über Rugby diskutieren. Später schaltet jemand den Fernseher ein, der über der Eingangstür hängt, und alle starren auf die Übertragung vom Länderspiel gegen Neuseeland.
Noch zwei, drei Bier, denkt Peter, dann ist es spät genug, dann kann ich zum Labor gehen und meine Sachen abholen. Aber der Patron kommt nicht einmal den Teller abräumen. Peter rechnet seine Zeche aus, legt die Summe auf den Tisch und geht. Niemand verschwendet auch nur einen Blick auf ihn. Irrt durchs Viertel und findet eine kleine Bar in einer Seitenstraße, nicht weit entfernt vom Klinikum. Hier läuft kein Fernseher, hier gibt es keine Flipperautomaten, hier sitzen stille Trinker an einem tiefschwarzen Tresen.
Der Bartender könnte Peters Zwilling sein: ziemlich groß und ziemlich blond, aber mit nach hinten frisierten Haaren und einem Asterix-Schnauzbart. Er schaut seinen neuen Gast an und macht eine Grimasse, die ein Lächeln sein könnte. Peter hockt sich an die Theke und beantwortet die fragende Geste des Mannes auf der anderen Seite: »Doppelter Bourbon. Ohne Eis.«
Zu seinem Erstaunen kann der Barmann sogar sprechen: »Jim Beam, Wild Turkey, Jack Daniels, Four Roses, Even Williams, Woodford…« und beendet die Frage mit einer ausladenden Armbewegung in Richtung des Flaschenregals.
»Four Roses«, antwortet Peter. Und trinkt in den nächsten drei Stunden vier Doppelte.
Peter steht im Dunkeln vor der Tür zum Labor. Er findet das Schlüsselloch, aber sein Schlüssel passt nicht. Er macht Licht mit ein paar Zündhölzern, die er gleichzeitig abbrennt. Ein brandneues Schloss ist das, nicht mehr das alte, bronzefarbene. Man hat ihn ausgesperrt. Wütend rüttelt er an der Tür und tritt dagegen. Flucht laut. Der Whiskey befeuert ihn. Überlegt, eine Scheibe einzuschlagen, um einzusteigen, aber er weiß, dass die Fenster alle durch Sensoren gesichert sind. Und das wäre das Letzte, was ihm noch fehlt, von der Polizei verhaftet zu werden als Einbrecher.
Auf der Rückseite, am Zaun zum Bahngelände müsste es noch eine Tür geben. Er schleicht um das längliche, eingeschossige Gebäude. An der Ecke fällt ein wenig Licht von der Beleuchtung der Gleise aufs Gelände. Dann wieder tiefe Dunkelheit. Er macht einen Schritt, aber das ist kein Boden unter seinen Füßen. Stürzt rücklings. Eine Böschung, unten ein stinkender Graben. Sein Parka ist an einem Stacheldraht hängengeblieben, der rechte Ärmel von oben nach unten aufgerissen. Er ist mit dem rechten Unterschenkel schwer auf einen Stein geschlagen. Schwer atmend bleibt er erst einmal sitzen im Abwasser.
Lehnt am Grabenrand aus Stein, die Füße im Wasser, das Gesicht zum klaren Himmel erhoben. Sterne über der Stadt. Er sieht die Niederlage ein. Rappelt sich auf. Stolpert zurück zum Haupteingang. Weiter die Straße entlang zum Bahnhof. Die Uhr im Portal zeigt drei Uhr morgens. Peter ist betrunken, dreckig, stinkend, in zerrissener Kleidung. Auch die Hose ist an mehreren Stellen kaputt. Die rechte Hosentasche hängt herab.
Die Tasche, in der er den Schlüssel zum Schließfach im Gare du Nord aufbewahrt hat. Der Schlüssel ist weg. Im Licht der Straßenlaterne macht er eine Bestandsaufnahme. Die Fahrkarte ist da. Die knapp tausend Franc auch. Beides in der Innentasche der Jacke. Und Zigaretten hat er auch noch. Ihm ist schwindlig, er zittert und sucht eine Bank. Aber der Bahnhof ist geschlossen, und draußen gibt es keine Sitzgelegenheit. Ihm ist klar, dass er den Schlüssel niemals finden wird, schon gar nicht im Dunkeln im Schlamm des Abwassergrabens. Er zündet sich eine Gitanes an und wankt los. Das ist zu schaffen, in dreieinhalb Stunden quer durch Paris zu dem Bahnhof, von dem aus es nachhause geht.
Ja, Peter denkt das Wort Zuhause. Sieht seine Heimatstadt vor sich, das Viertel um die Lambachstraße, das unscheinbare Haus, die Haustür, die Wohnungstür. Da will er hin. Die Rue Vercingetorix hoch bis zum Tour de Montparnasse. Da war er ganz oben an seinem zweiten Tag in Paris und hat über die Stadt geschaut. Zum Jardin du Luxembourg, der still daliegt hinter Gittern und verschlossenen Toren. Den glitzernden Boulevard Saint-Michel, wo die Clochards in den Eingängen der Läden schlafen. Macht eine lange Pause auf einer der steinernen Sitzbänke auf der Pont Neuf. Schaut hoch zur Leuchtreklame des Samaritaine. Raucht die letzten drei Kippen weg. Hat Durst und findet den öffentlichen Wasserhahn am Brückenpfeiler. Trinkt das Wasser von Paris.
Dann über die Rue Rivoli zur Avenue de l’Opera. Direkt drauf zu auf das grell beleuchtete Haus mit den Engeln und den vielen Vergoldungen. Die lange, lange Rue Lafayette hoch. Der Bahnhof ist schon geöffnet, und auch das Café auf der Empore hat schon auf. Die Bedienung hinter der Theke starrt ihn an. Peter hält ihr einen Geldschein hin. Bekommt auch seinen Grand Café Creme, drei Croissants und ein Pain Chocolat. Sucht sich einen Tisch ganz hinten in der Ecke und frühstückt.
Sein Zug läuft ein. Der Zug, der in Moskau gestartet ist und sich quer durch Nordosteuropa gearbeitet hat. Aber auch über die Ferngleise zwischen Husen und Kurl, den Vororten von Dortmund, die er so gut kennt. Es ist halb sechs, und die Putzkolonne wird die Waggons reinigen. Man wird das Bordrestaurant auffüllen. Der eine Lokführer macht Feierabend, der andere Lokführer kommt. Die ersten Fahrgäste sammeln sich auf dem Bahnsteig.
Peter zahlt und macht sich auf den Weg. Es ist nicht mehr dunkel draußen und nicht mehr so still wie in den Stunden, in denen er von Süd nach Nord quer durch Paris gegangen ist. Jedes Geräusch in der Bahnhofshalle macht ein Echo. Die Gummireifen der Gepäckkarren quietschen auf dem gestrichenen Estrich. Irgendwo klingelt ein Telefon. Dann öffnen sich die Türen des Zugs, und er steigt ein in den Erste-Klasse-Waggon ganz hinten, am weitesten entfernt von der Lok. Er hat das Abteil für sich, während nebenan drei oder vier Geschäftsleute zusteigen, die sich laut auf Deutsch unterhalten über ihre Geschäfte. Dann setzt sich der Eilzug in Bewegung. Peter sitzt in Fahrtrichtung und sieht, nachdem sie den Periphérique passiert haben, die Dämmerung aufziehen.
Noch später
»Eine Frage noch«, sagt Simon, »bist du jemals wieder in Paris gewesen? Auf einer deiner Dienstreisen zum Beispiel.«
Sein Vater schüttelt langsam den Kopf. »Hab immer gekniffen, wenn ich hätte hinreisen müssen. Musste immer mein Vertreter machen.«
»Und, willst du nochmal hin?« Er bekommt keine Antwort.
