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Während des Studiums sollte es etwas Seriöseres und Besserbezahltes sein, da half der Gang zum Arbeitsamt, zur Studentenvermittlung. Da saß man da und wurde aufgerufen. Entweder indem ein/e Arbeitsbeamte/r so etwas in den Raum rief wie „Hat jemand Erfahrung mit Gartenarbeit?“ oder per Termin. Und wenn man einmal bei einem Job den Fuß in der Tür hatte, konnte man in allen Ferien wiederkommen. So ging’s mir mit dem Schulkollegium beim Regierungspräsidenten, dem Amt, das für die Verwaltung der Besoldung von Lehrern an höheren Schulen zuständig war, die dann vom Landesamt für Besoldung und Versorgung (LBV) durchgeführt wurde.[Lesezeit ca. 5 min] „Die Jobs der frühen Jahre (2): Das Schulkollegium beim Regierungspräsidenten“ weiterlesen
Falsch abgebogen

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An diesem heißen Junitag bleibt Albert im Bett. Er liegt unter der warmen Winterdecke und schwitzt. Kann sich nicht entscheiden aufzustehen. Überhaupt kann er sich schon seit einiger Zeit nicht entscheiden, was er tun soll. Sein Freund Klaus hat einmal gesagt: Es gibt keine Fehlentscheidungen, nur Entscheidungen. Und hat hinzugefügt, dass man sich das Leben vorstellen kann, wie eine Fahrt über ein komplexes Straßennetz mit vielen Gabelungen und Kreuzungen oder Kreisverkehren. Wenn man kein Ziel hat, ist es egal, wann und wo man abbiegt – man kommt irgendwohin. Hat man aber ein Ziel, ist es gut, wenn man ein Navi oder eine Straßenkarte besitzt. Albert ist sich nicht sicher, ob er je ein Ziel hatte. Gut, er wollte schon als Jugendlicher nichts anderes werden als Künstler. Nur hatte er keine Vorstellung davon, was das bedeutet. [Lesezeit ca. 4 min] „Falsch abgebogen“ weiterlesen
Die Jobs der frühen Jahre (1): Laufbursche, Hilfsarbeiter, Zeitschriftenausträger

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Keine Ahnung, wie die Situation heute ist, aber in den Sechziger- und Siebzigerjahren war es für Schüler und Studenten kein Problem, Ferien- und dauerhafte Nebenjobs zu finden. Bevor 1971 das Bafög eingeführt wurde, waren Studierende ohne wohlhabende Eltern auf solche bezahlte Arbeit sogar oft angewiesen. Legendär die Geschichten von taxifahrenden Langzeitstudenten, die letztlich bei diesem Job hängenblieben. Genau wie Tausende von jungen Männern und Frauen, die als Aushilfskellner begannen und dann selbst zu Gastronomen wurden. Ich war nie Droschkenkutscher oder Kellner, aber dazu später mehr. Hier soll nur von meinen Jobs in den Sechzigern die Rede sein. [Lesezeit ca. 6 min] „Die Jobs der frühen Jahre (1): Laufbursche, Hilfsarbeiter, Zeitschriftenausträger“ weiterlesen
Die Botschaft vom Weltgeist

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In der Nacht vom siebten auf den achten Januar 2026 empfing Friedrich Kurt Hohenlechner eine Botschaft. Als er am Morgen erwachte, war die Botschaft in seinem Hirn so präsent, dass er sie niederschreiben konnte. Er wusste nicht, woher sie stammte, wer sie ihm eingeflüstert hatte und was sie bedeutete. Hier das, was er notiert hat: [Lesezeit ca. 3 min] „Die Botschaft vom Weltgeist“ weiterlesen
Kreuzfahrten – Episode 13: Thanksgiving 1998 auf Grand Cayman
Wir fühlten uns urlaubsreif. Schließlich waren wir bereits seit Saisonbeginn an Bord. Manni schlug vor, ein paar Tage auf Grand Cayman einzuschieben. Immerhin steuerte die AIDA zum ersten – und soweit ich weiß auch letzten – Mal den Hafen von George Town an. [Lesezeit ca. 6 min] „Kreuzfahrten – Episode 13: Thanksgiving 1998 auf Grand Cayman“ weiterlesen
Mein Freund, der Mörder
Nach der Haftentlassung hat er den Mädchennamen seiner Frau angenommen. Eigentlich heißt er auch nicht Udo, so nenne ich ihn. „Heimtückisch“, sagte er, als er zum ersten Mal mit mir offen über seine Tat sprach, „ich kannte das Wort gar nicht, wusste nicht, was es bedeutet. Oder auch arglistig. Was heißt denn das? Musste mir mein Anwalt erst erklären. Und, ja, ich habe meine damalige Frau heimtückisch und arglistig umgebracht.“ [Lesezeit ca. 3 min] „Mein Freund, der Mörder“ weiterlesen
Kanne Eistee
Weiter auseinander konnten Meinungen kaum liegen als die zwischen Siw und ihm. Der Seminarleiter ordnete eine Pause an, um zu verhindern, dass aus dem Disput ein handfester Streit wurde. Unbeabsichtigt trafen sie sich in der Teeküche oben auf der Empore. Sie beobachtete ihn, wie er mit einer Kanne und dem Wasserkocher hantierte. [Lesezeit ca. 2 min] „Kanne Eistee“ weiterlesen
Montreux, der Jazz und ich
Ich war noch nie in Montreux, und ich werde wohl nicht mehr dorthin kommen. Seit ich Smoke on the Water gehört habe, wollte ich immer zum Festival nach Montreux. Es hat sich nicht ergeben. Zu gern hätte ich dort Frank Zappa und Deep Purple gesehen und gehört. Aber als die dort spielten und das Casino abbrannte, war ich noch zu jung, um dorthin reisen zu können. Außerdem faszinierte mich, dass es sich um ein Jazz-Festival handelte. Ich hatte Jazz-Musik beim Onkel kennengelernt. Der hatte eine riesige Musiktruhe mit Radio und einem Plattenspieler, auf dem er die alten 78er, aber auch schon die neuen Singles abspielen konnte, Langspielplatten allerdings nicht. Seine Sammlung an Jazz-Platten war gewaltig. Als ich einmal übers Wochenende bei ihm und der Tante war, habe ich versucht, die Scheiben zu zählen; es waren wohl fast tausend Stück. [Lesezeit ca. 2 min] „Montreux, der Jazz und ich“ weiterlesen
10. Juni 1967: Der Vater stirbt
Das Gewitter konnte sich nicht lösen. Über Tag war es schwül geworden. Jetzt hingen dunkelgraue Wolken wie reife Trauben über der Stadt. Aus allen Richtungen war fernes Donnergrollen zu hören, und überall am Horizont zeigte sich seit Stunden Wetterleuchten. Die Familie hatte sich im Wohnzimmer versammelt. Die Mutter und der älteste Sohn waren im Krankenhaus, wo der Vater zum zweiten Mal innerhalb dreier Wochen operiert wurde. Zuhause warteten die beiden anderen Kinder auf Nachrichten aus der Klinik. Tante Dora und Onkel Hermann passten auf den mittleren Sohn und die kleine Schwester auf. Außerdem waren auch Onkel Martin und Tante Lotte anwesend sowie Frau Binder, die alte Nachbarin, und Herr Roeder, Arbeitskollege und guter Freund des Vaters. [Lesezeit ca. 6 min] „10. Juni 1967: Der Vater stirbt“ weiterlesen
Rostock!
Es ist die Stadt meiner Träume, und ich nenne sie Rostock. Viele meiner Träume spielen sich in dieser Stadt ab, die in Wahrheit nicht die geringste Ähnlichkeit mit dem real existierenden Rostock hat. Die Namensgebung beruht auf einer Eingebung, die ich eines Morgens im Aufwachen und nach einem Traum in dieser Stadt hatte: Sie soll Rostock heißen. [Lesezeit ca. 3 min] „Rostock!“ weiterlesen
Eine Offene Ehe
Ein Freitag im April. Abends gegen sieben Uhr. Er sitzt am Küchentisch. Vor sich ein Glas Bier. Und liest die Zeitung. Sie steht an der Tür. Er blickt auf und sagt: [Lesezeit ca. 2 min] „Eine Offene Ehe“ weiterlesen
Kreuzfahrten – Episode 1: Casablanca -> Palma de Mallorca
Natürlich dachte ich an den Film mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman, als ich erfuhr, dass ich in Casablanca zu meiner ersten Fahrt auf der AIDA aufsteigen würde. Casablanca! – das hörte sich nach Abenteuer und Exotik an und wäre als Ziel die beste Therapie gegen meine Reiseangst. Denn das Engagement hatte ich auch angenommen, um diese Phobie ein für alle Mal zu therapieren. Schon die Anreise war außergewöhnlich. An einem Montag im Mai 1997 flog ich von Düsseldorf nach Brüssel, wo mich eine Limousine direkt an der Maschine abholte, und zu dem entfernt parkenden Flugzeug brachte, das nach Casablanca starten sollte; man hatte auf mich gewartet. [Lesezeit ca. 9 min] „Kreuzfahrten – Episode 1: Casablanca -> Palma de Mallorca“ weiterlesen
Stabile Seitenlage (ChatGPT-Remix)
2017 habe ich hier eine Kurzgeschichte unter dem Titel „Stabile Seitenlage“ veröffentlicht. Nun ein Experiment: Ich habe den Text dem KI-Modell ChatGPT vorgelegt mit dem Auftrag, es zu einem Expose von 500 Zeichen Länge zusammenzufassen. Dann habe ich ChatGPT gebeten, eine Geschichte von ca. 10.000 Zeichen Länge nach dem Expose zu verfassen – hier das Ergebnis (nach dem Lesen bitte mit dem Original vergleichen): [Lesezeit ca. 4 min] „Stabile Seitenlage (ChatGPT-Remix)“ weiterlesen
Vom Rauchen
Meine erste Zigarette rauchte ich mit vierzehn. Ich war als Austauschschüler in England und besuchte die Woking Grammar School für Boys, die es heute nicht mehr gibt. Eine durch und durch traditionelle Schule in einem düsteren Backsteingebäude. Das Tragen eines Schulblazers während des Unterrichts war Pflicht, das Mittagessen wurde gemeinsam mit den Lehrern im Speisesaal eingenommen. Dazu zogen wir uns um; jeder hatte ein zweites Jackett im Spind, das nur beim Essen getragen wurde. Dieses absichtlich zu bekleckern, war verpönt, aber das Kleidungsstück nicht zu reinigen, auch wenn es mit Speiseresten versehen war, gehörte zur Tradition. Alle Jungs rauchten, außer denen in den untersten beiden Stufen. Aber spätestens mit zwölf hatte man in den Club der Raucher einzutreten. Ob das Paffen offiziell verboten war, weiß ich nicht; auf dem Schulhof gab es jedenfalls Raucherecken, die vom Lehrkörper gemieden wurden. [Lesezeit ca. 4 min] „Vom Rauchen“ weiterlesen
Der große Bahnhof
Im Traum steht Klett vor einem großen Bahnhof. Die Fassade so breit wie zwei Fußballfelder und turmhoch. Aus Backstein gemauert, ohne Vorsprünge und mit nur sechs oder sieben kleinen Fenstern. Der einzige Ein- und Ausgang ist mit einer Haustür in normaler Größe verschlossen. Klett muss seinen Zug erreichen, aber als er versucht, in die Bahnhofshalle zu kommen, strömen endlos Menschen aus dem schmalen Ausgang. Erst nach vielen Minuten werden es weniger, und er kann sich ins Innere drängeln. Dort ist es jetzt menschenleer. [Lesezeit ca. 2 min] „Der große Bahnhof“ weiterlesen
