Die Jobs der frühen Jahre (2): Das Schulkollegium beim Regierungspräsidenten

Der Stahlhof an der Bastionstraße (Foto: Luekk via Wikimedia, public domain)
Der Stahlhof an der Bastionstraße (Foto: Luekk via Wikimedia, public domain)

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Während des Studiums sollte es etwas Seriöseres und Besserbezahltes sein, da half der Gang zum Arbeitsamt, zur Studentenvermittlung. Da saß man da und wurde aufgerufen. Entweder indem ein/e Arbeitsbeamte/r so etwas in den Raum rief wie „Hat jemand Erfahrung mit Gartenarbeit?“ oder per Termin. Und wenn man einmal bei einem Job den Fuß in der Tür hatte, konnte man in allen Ferien wiederkommen. So ging’s mir mit dem Schulkollegium beim Regierungspräsidenten, dem Amt, das für die Verwaltung der Besoldung von Lehrern an höheren Schulen zuständig war, die dann vom Landesamt für Besoldung und Versorgung (LBV) durchgeführt wurde.[Lesezeit ca. 5 min] „Die Jobs der frühen Jahre (2): Das Schulkollegium beim Regierungspräsidenten“ weiterlesen

Falsch abgebogen


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An diesem heißen Junitag bleibt Albert im Bett. Er liegt unter der warmen Winterdecke und schwitzt. Kann sich nicht entscheiden aufzustehen. Überhaupt kann er sich schon seit einiger Zeit nicht entscheiden, was er tun soll. Sein Freund Klaus hat einmal gesagt: Es gibt keine Fehlentscheidungen, nur Entscheidungen. Und hat hinzugefügt, dass man sich das Leben vorstellen kann, wie eine Fahrt über ein komplexes Straßennetz mit vielen Gabelungen und Kreuzungen oder Kreisverkehren. Wenn man kein Ziel hat, ist es egal, wann und wo man abbiegt – man kommt irgendwohin. Hat man aber ein Ziel, ist es gut, wenn man ein Navi oder eine Straßenkarte besitzt. Albert ist sich nicht sicher, ob er je ein Ziel hatte. Gut, er wollte schon als Jugendlicher nichts anderes werden als Künstler. Nur hatte er keine Vorstellung davon, was das bedeutet. [Lesezeit ca. 4 min] „Falsch abgebogen“ weiterlesen

Die Jobs der frühen Jahre (1): Laufbursche, Hilfsarbeiter, Zeitschriftenausträger


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Keine Ahnung, wie die Situation heute ist, aber in den Sechziger- und Siebzigerjahren war es für Schüler und Studenten kein Problem, Ferien- und dauerhafte Nebenjobs zu finden. Bevor 1971 das Bafög eingeführt wurde, waren Studierende ohne wohlhabende Eltern auf solche bezahlte Arbeit sogar oft angewiesen. Legendär die Geschichten von taxifahrenden Langzeitstudenten, die letztlich bei diesem Job hängenblieben. Genau wie Tausende von jungen Männern und Frauen, die als Aushilfskellner begannen und dann selbst zu Gastronomen wurden. Ich war nie Droschkenkutscher oder Kellner, aber dazu später mehr. Hier soll nur von meinen Jobs in den Sechzigern die Rede sein. [Lesezeit ca. 6 min] „Die Jobs der frühen Jahre (1): Laufbursche, Hilfsarbeiter, Zeitschriftenausträger“ weiterlesen

Die Botschaft vom Weltgeist


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In der Nacht vom siebten auf den achten Januar 2026 empfing Friedrich Kurt Hohenlechner eine Botschaft. Als er am Morgen erwachte, war die Botschaft in seinem Hirn so präsent, dass er sie niederschreiben konnte. Er wusste nicht, woher sie stammte, wer sie ihm eingeflüstert hatte und was sie bedeutete. Hier das, was er notiert hat: [Lesezeit ca. 3 min] „Die Botschaft vom Weltgeist“ weiterlesen

Mein Freund, der Mörder

Nach der Haftentlassung hat er den Mädchennamen seiner Frau angenommen. Eigentlich heißt er auch nicht Udo, so nenne ich ihn. „Heimtückisch“, sagte er, als er zum ersten Mal mit mir offen über seine Tat sprach, „ich kannte das Wort gar nicht, wusste nicht, was es bedeutet. Oder auch arglistig. Was heißt denn das? Musste mir mein Anwalt erst erklären. Und, ja, ich habe meine damalige Frau heimtückisch und arglistig umgebracht.“ [Lesezeit ca. 3 min] „Mein Freund, der Mörder“ weiterlesen

Kanne Eistee

Weiter auseinander konnten Meinungen kaum liegen als die zwischen Siw und ihm. Der Seminarleiter ordnete eine Pause an, um zu verhindern, dass aus dem Disput ein handfester Streit wurde. Unbeabsichtigt trafen sie sich in der Teeküche oben auf der Empore. Sie beobachtete ihn, wie er mit einer Kanne und dem Wasserkocher hantierte. [Lesezeit ca. 2 min] „Kanne Eistee“ weiterlesen

Montreux, der Jazz und ich

Ich war noch nie in Montreux, und ich werde wohl nicht mehr dorthin kommen. Seit ich Smoke on the Water gehört habe, wollte ich immer zum Festival nach Montreux. Es hat sich nicht ergeben. Zu gern hätte ich dort Frank Zappa und Deep Purple gesehen und gehört. Aber als die dort spielten und das Casino abbrannte, war ich noch zu jung, um dorthin reisen zu können. Außerdem faszinierte mich, dass es sich um ein Jazz-Festival handelte. Ich hatte Jazz-Musik beim Onkel kennengelernt. Der hatte eine riesige Musiktruhe mit Radio und einem Plattenspieler, auf dem er die alten 78er, aber auch schon die neuen Singles abspielen konnte, Langspielplatten allerdings nicht. Seine Sammlung an Jazz-Platten war gewaltig. Als ich einmal übers Wochenende bei ihm und der Tante war, habe ich versucht, die Scheiben zu zählen; es waren wohl fast tausend Stück. [Lesezeit ca. 2 min] „Montreux, der Jazz und ich“ weiterlesen

10. Juni 1967: Der Vater stirbt

Das Gewitter konnte sich nicht lösen. Über Tag war es schwül geworden. Jetzt hingen dunkelgraue Wolken wie reife Trauben über der Stadt. Aus allen Richtungen war fernes Donnergrollen zu hören, und überall am Horizont zeigte sich seit Stunden Wetterleuchten. Die Familie hatte sich im Wohnzimmer versammelt. Die Mutter und der älteste Sohn waren im Krankenhaus, wo der Vater zum zweiten Mal innerhalb dreier Wochen operiert wurde. Zuhause warteten die beiden anderen Kinder auf Nachrichten aus der Klinik. Tante Dora und Onkel Hermann passten auf den mittleren Sohn und die kleine Schwester auf. Außerdem waren auch Onkel Martin und Tante Lotte anwesend sowie Frau Binder, die alte Nachbarin, und Herr Roeder, Arbeitskollege und guter Freund des Vaters. [Lesezeit ca. 6 min] „10. Juni 1967: Der Vater stirbt“ weiterlesen

Rostock!

Es ist die Stadt meiner Träume, und ich nenne sie Rostock. Viele meiner Träume spielen sich in dieser Stadt ab, die in Wahrheit nicht die geringste Ähnlichkeit mit dem real existierenden Rostock hat. Die Namensgebung beruht auf einer Eingebung, die ich eines Morgens im Aufwachen und nach einem Traum in dieser Stadt hatte: Sie soll Rostock heißen. [Lesezeit ca. 3 min] „Rostock!“ weiterlesen

Kreuzfahrten – Episode 1: Casablanca -> Palma de Mallorca

Natürlich dachte ich an den Film mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman, als ich erfuhr, dass ich in Casablanca zu meiner ersten Fahrt auf der AIDA aufsteigen würde. Casablanca! – das hörte sich nach Abenteuer und Exotik an und wäre als Ziel die beste Therapie gegen meine Reiseangst. Denn das Engagement hatte ich auch angenommen, um diese Phobie ein für alle Mal zu therapieren. Schon die Anreise war außergewöhnlich. An einem Montag im Mai 1997 flog ich von Düsseldorf nach Brüssel, wo mich eine Limousine direkt an der Maschine abholte, und zu dem entfernt parkenden Flugzeug brachte, das nach Casablanca starten sollte; man hatte auf mich gewartet. [Lesezeit ca. 9 min] „Kreuzfahrten – Episode 1: Casablanca -> Palma de Mallorca“ weiterlesen

Stabile Seitenlage (ChatGPT-Remix)

2017 habe ich hier eine Kurzgeschichte unter dem Titel „Stabile Seitenlage“ veröffentlicht. Nun ein Experiment: Ich habe den Text dem KI-Modell ChatGPT vorgelegt mit dem Auftrag, es zu einem Expose von 500 Zeichen Länge zusammenzufassen. Dann habe ich ChatGPT gebeten, eine Geschichte von ca. 10.000 Zeichen Länge nach dem Expose zu verfassen – hier das Ergebnis (nach dem Lesen bitte mit dem Original vergleichen): [Lesezeit ca. 4 min] „Stabile Seitenlage (ChatGPT-Remix)“ weiterlesen

Ich bin ein Vulgärpazifist

Ja, ich gestehe: Ich bin immer noch Pazifist und werde es auch für den Rest meines Lebens bleiben. Auch wenn Kriegsertüchtigungsminister und ihre Nachplapperer diese Haltung abwertend „Vulgärpazifismus“ nennen. Selbst in Zeiten, in denen Robert Habeck und Campino erklären, heutzutage würden sie den Kriegsdienst nicht mehr verweigern. Ich habe diesen Kriegsdienst in den Siebzigerjahren verweigert, und es hat acht Jahre in drei Instanzen gedauert, bis man mich als KDV anerkannt hat. Immer noch lehne ich jede Form kriegerischer Auseinandersetzung ab. Immer noch gilt, was ich in der ersten Instanz zu Protokoll gab und was bei den Prüfern ungläubiges Staunen auslöste: Ich würde lieber unverletzt in einem besetzten Land leben als bei der militärischen Verteidigung seiner Freiheit verwundet zu werden oder zu sterben. [Lesezeit ca. 2 min] „Ich bin ein Vulgärpazifist“ weiterlesen